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Warum perfekte Männer in Liebesromanen langweilen

Es gibt Figuren, die auf dem Papier alles mitbringen: blendend aussehend, erfolgreich, charmant. Und trotzdem bleiben sie beim Lesen häufig nicht hängen. Nicht, weil sie schlecht beschrieben sind, sondern weil sie uns zu viel Sicherheit geben. Wir wissen schnell, wie sie reagieren werden, was sie fühlen und wie sie handeln. Spannung entsteht aber nicht durch Sicherheit, sondern durch Unsicherheit.

 

Beim Lesen will man die Luft anhalten und sich fragen: Warum macht er das jetzt? Was steckt wirklich dahinter? Und seien wir doch mal ehrlich: Die interessantesten Figuren sind selten die, die alles richtig machen, sondern diejenigen, die sich selbst im Weg stehen und auch mal die falschen Entscheidungen treffen. Die verletzen und verletzt werden. Die Dinge sagen, die sie später bereuen.

 

Natürlich funktioniert das nur, wenn die Figur einen Grund für all das hat: eine Verletzlichkeit, eine Motivation, einen inneren Konflikt.

 

Beim Schreiben meines aktuellen Romans war genau das einer der schwierigsten Punkte: eine männliche Hauptfigur zu erschaffen, die nicht einfach egoistisch und überheblich ist, sondern vor allem widersprüchlich und zutiefst menschlich. David trifft Entscheidungen, die man nicht sofort versteht – und vielleicht auch nicht immer gutheißt.

 

Aber genau daraus entsteht die Dynamik, die eine schöne Liebesgeschichte trägt.

 

 

 

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